Aktuelles

Liebe Mitglieder des HGMV,

Am 20.10.2022 um 14:00 Uhr, treffen wir uns zu einer Besichtigung der Burg Scharfenstein am dortigen Parkplatz. Es erwartet uns ein Rundgang durch die Whiskywelt mit einer Führung zur Burghistorie durch Herrn Dr. Leuckefeld, inklusive einer Vorführung von 2 kleinen Filmen im „Whiskykino“. Ein Film zeigt die Burghistorie und der zweite einen Einblick in die Whiskyproduktion. Anschließend haben wir die Möglichkeit zur Verkostung einer Spirituose. Diese Veranstaltung haben wir zu einem Preis von 8,00 € p.P., statt 18,00 € p.P. bekommen. Herzlichen Dank an die Burg Scharfenstein.

Alle die an der Veranstaltung teilnehmen möchten bitte ich, sich bis zum 06.10.2022 unter

Wenn Sie noch nicht Mitglied des Heiligenstädter Geschichts- und Museumsverein sind dieses aber werden möchten, finden sie auf der Homepage www.heiligenstaedter-gmv.de Mitglied werden, alle nötigen Unterlagen.

Günter Liebergesell

Vorsitzender des HGMV

Wenn Sie noch nicht Mitglied des HGMV sind, dieses aber werden möchten, dann finden Sie auf dieser Homepage unter „Mitglied werden“ alle nötigen Unterlagen.

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Der „Eichsfelder Hof“ eine Spurensuche.

von Wolfgang Friese

  • Es ist eines der historisch bedeutsamsten Häuser der Stadt Heiligenstadt.
  • 1340 wird das Haus erstmals erwähnt, es zählt zur Neustadt, südlich der Geislede.
  • Dieses Haus ist von alten Zeiten her ein kurfürstliches Lehen gewesen.
  • Der Kurfürst Diether von Isenburg (1459-1461 und 1475-1482) belehnte die Brüder Conradund Heinrich vonWorbis mit dem Haus und allem Zubehör, so wie es Conrad Kirchen, ehemaligen Schadtschuldheiß, besessen hatte.1
  • Heinrich von Worbis gab nach dem Tod seines Bruders Conrad das Haus an Kurfürst Adolf von Nassau (1461-1475) zurück und bat ihn seinen Oheim Heinrich von Bodungen damit zu belehnen. am 25 Januar 1465 geschah das auch.
  • 1646 Stadtplan von Johann Fluck
  • Am Standort sind zwei bzw. drei Grundstücke mit Bebauung eingezeichnet, ohne in Abbildung und Text hervorgehoben zu werden. Zur Langen Straße (heutige Wilhelmstraße, 2 Gebäude mit der hist. Hausnummer 245/246) In der heutigen Vogelsgasse schließen sich Wirtschaftsgebäude an.
  • Im Jahr 1721 haben es die Gebrüder und Vettern vonBodungen dem Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn zurückgegeben.
  • Am 20. April 1721 wurde der Amtmann vom Scharfenstein, Johann Christoph Schott (Schotte) damit belehnt.2
  • 1730 bis 1807 ist es im Besitz der Familie Kellner.
  • 01.März 1739 großer Stadtrand. Auch der Eichsfelder Hof wird ein Opfer der Flammen.
  • Inschrift an der Ecke Vogelsgasse lautet:
  • „405 Häuser wurden in dieser Stadt durch ein überaus unheilbringendes Feuer vernichtet, Der Wind aber war stürmisch.“
  • 600 Häuser werden ein Opfer der Flammen – 405 brennen bis auf die Grundmauern nieder.
  • 1747 bis 1778 war Franz Wenzel von Kaisenberg Stadtschuldheiß und im Besitz des Hauses.
  • 1786 – 1796 Neuerrichtung des Hauses durch den Stadtschuldheiß und Regierungsrat Joseph Kellner aus Desingerode.

Stadtplan von 1800
  • Um 1800 wieder im Besitz der Familie Kellner.
  • 1803 war noch kein Ausschank in dem Haus Nr. 245 erwähnt.
  • 1821 war das Wohnhaus Eigentum des Kriminalrichters Karl Kellner.
  • 1839 Der Metzgermeister Franz Rühl erwirbt das Haus von der Familie Kellner. (Der Vater von Franz, Konrad Rühl war Posthalter in Heiligenstadt und die Familie eine der angesehensten Familien). Mit Ihm beginnt das Gastgewerbe in dem Haus.
  • 1880 auf dem Stadtplan dieses Jahres besteht die Frontseite des heutigen „Eichsfelder Hof“ zur Wilhelmstraße aus zwei Gebäuden. Nr. 245 (östl. Ecke Vogelsgasse und 246 westl. Richtung Rathaus). Beide Gebäude sind aber schon verbunden. Es schließen sich in der Vogelsgasse (Westseite) Baulichkeiten ohne Nummerierung, also Nebengebäude an.
  • 1889 finden wir im Adressbuch der Stadt Heiligenstadt unter der Nr. 245/246 Heinrich Friedrich Hotelier „Hotel Eichsfelder Hof“ (Rühl’s Hotel) Inhaber H. Friedrich. Es gehört zu den führenden Häusern der Stadt.
Werbeinserat aus dem Jahr 1889
  • 1896 Großbrand in Heiligenstadt, die Hintergebäude des Eichsfelder Hof s brennen nieder.
  • 1897 Wiederaufbau mit veränderter Nutzung.
  • Um 1900 war in den Hinteren Gebäuden, Ecke Marktstraße 7, ein Bierausschank, die „Stumpfe Ecke“ genannt.
  • 1909 wird es als Gasthof genannt. 3

Werbeinserat aus dem Jahr 1911
  • 1913 wird als Besitzer des Eichsfelder Hof H. Gröger genannt. Das Haus besitzt ein Bier- und Weinrestaurant, Diners von 12 – 3 Uhr, Kaffee und warme Speisen zu jeder Tageszeit.
  • 1920 hat der Eichsfelder Hof einen neuen Eigentümer, Wilhelm Lehmann.
  • 1920 Heiligenstadt bekommt neue Hausnummern mit Zuordnung zu Straßen. Unser Haus bekommt die „Wilhelmstraße 56“.
  • 1924 wirbt Wilhelm Lehmann:
  • Haus 1. Ranges
  • Beste Geschäftslage
  • Festsaal
  • „Blauer Salon“
  • Hotel und Restaurant
  • Ausstellungszimmer
  • Zentralheizung
  • Badeeinrichtung im Haus
  • Zimmer mit fließendem warmen Wasser
  • 4 abschließbare Kraftwagenhallen
  • Spirituosen im Gastbereich
  • 5 Sorten Bier im Ausschank
  • Hausdiener an jedem Zug
Alte Postkarte
Restaurant                       Bauernstube
„Eichsfelder Hof“ von der Wilhelmstraße
Eingangsbereich
Restaurant
Festsaal
  • 1969 „Konsumgaststätte Eichsfelder Hof“

Öffnungszeiten: tgl. 7:00 – 24:00 Uhr, Freitag und Samstag 7:00 – 01:00 Uhr

Preisstufe II.; Anerkannte gute Küche; Gepflegte Getränke; Speisesaal; Fremdenzimmer; Dienstleistungen (im Dienste der Werktätigen); Bereitstellung und Vermittlung von Hotelzimmern; Wir nehmen Fremdwährung in Zahlung; Wir übernehmen für unsere Hotelgäste das Aufbügeln der Garderobe; Vermittlung von Autoreparaturen; Vermittlung von Haarkosmetik; Vermittlung von Taxi

  • 1971 kam in der 1, Etage der Intershop hinzu. (Ein Duft den wir nicht kannten)
  • 1973 – 1000 – Jahrfeier der Stadt. Der „Eichsfelder Hof wird grundhaft saniert. Im

Restaurant werden die Nischen an der Fensterseite durch Raumteiler ersetzt. Die Fenster bekommen Bleiverglasung. Küche, Frühstückszimmer und Weinstube werden modernisiert, ebenso die Rezeption. Die Klause wird rustikal mit viel Naturholz und Bleiverglasung ungestaltet und heißt nun Bauernstube. Der Zugang von der Vogelsgasse wird geschlossen.

  • 1989 Politische Wende und Grenzöffnung
  • 1990 Wiedervereinigung
  • Das Personal zu DDR-Zeiten

Otto Bauer, Bendler, Hermann Fölllllmer (Männe“, H. Hartenstein, Fritz Bäthe, Hans-Werner Kruse, Maria Kruse (Junem), Karl-Heinz Recum, Lothar Metz, Dora Pape  und Eckardt Rezeption.

  • 2001 Hotel und Restaurant werden von Pächtern geführt. Inhaber Joachim Aschoff
  • 2011 Inhaber der „Eichsfelder Hof“ H. J. Gross
  • 01.11.2016 Der „Eichsfelder Hof“ schließt endgültig. Nachdem zuerst das Restaurant schließen musste hat jetzt auch das Hotel geschlossen.
  • 01.07.2017 der „Eichsfelder Hof steht zum Verkauf.
  • 22.02.2020 Kowo kauft in Heiligenstadt leerstehendes Hotel. Künftige Nutzung steht noch nicht fest. Mischung aus Wohnen und Gewerbe wäre möglich.

Literatur:

  • 1Wolf, Johannes: Die Geschichte der Stadt Heiligenstadt in historischen Urkunden. Göttingen 1800
  • 2Opfermann, Dr. Bernhard: Gestalten des Eichsfeldes. Verlag Cordier, 1968
  • , Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen. Verlag Otto Hendel, Halle 1909